23 Blätter sind in Istanbul entstanden. Es sind freie Assoziationen der Ornamentik.
Wieder in Deutschland habe ich die Blätter auf Kopierfolien kopiert, diese dann übereinander gelegt und wieder kopiert. Den Vorgang wiederholte ich in 15 Phasen. 500 Formen sind entstanden. Jede Form ist mit der anderen verwandt und doch individuell. Zusammen bilden sie eine Formenfamillie.
In der „Bibliothek“ sieht man alle Stadien der Metamorphose nebeneinander. Im Raum finden sich, auf der linken Seite, übereinander kopierte Baumdiagramme. Auf der Front: Wald und Forstabbildungen. Rechts die Ornamente und auf dem Tisch liegen Kirchengrundrisse.
Wissenschaft, Natur, Kunst, Religion. Eine Bibliothek zeigt ein Bild unserer Welt, kategorisiert, abstrahiert. Die Masse an gesammelten Daten überfordert. Ein abstraktes System aus Zeichen macht die Orientierung erst wieder möglich.
Eine Bibliothek hat den Anspruch der Vollständigkeit, ist dadurch aber immer unvollständig. Sie produziert erst Unvollständigkeit, generiert erst neue Varianten der bereits gesammelten Dinge.